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Seidenhuhn

Ursprungsland
China
Eigewicht
40 Gramm
Legeleistung
100 Eier / Jahr
Gewicht Hahn
1,70 Kg
Gewicht Henne
1,50 Kg
Bruttrieb
Flugfähigkeit
Seidenhuhn

Das Seidenhuhn hebt sich deutlich von anderen Rassen ab. Es verhält sich ausgesprochen sozial und genießt den körperlichen Kontakt.

Aber auch optisch fällt es auf. Das Gefieder hat keine feste Struktur und wirkt deshalb seidig und weich.

Doch wie ist es um die Legeleistung bestellt und welche Besonderheiten ergeben sich noch?


Legeleistung und Details zum Ei

Seidenhühner sind wirtschaftlichen aber eher uninteressant. Großen Nutzen versprechen sie jedenfalls nicht.

Legeleistung und Eigewicht des Seidenhuhns

Die 100 braunen Eier im Jahr (starke Varianz, 40 – 150 Eier möglich), von jeweils ca. 40 Gramm Gewicht, werden vor allem im Winter gelegt. Von Frühling bis Herbst pausiert das Seidenhuhn meist. Ihr Legezyklus verläuft also konträr zur Norm. Trotz geringem Gesamtertrag sind sie deshalb tolle Brückenhühner für die kalte Jahreszeit.

Übrigens: Das Zwerghuhn legt ein wenig mehr.
Und: Weiße Seidenhühner stehen in dem Ruf am leistungsstärksten zu sein.

Seidenhuhn Küken und Brutlust

Seidenhuhn KükenZwischen  Frühling und Herbst lassen sie kaum eine Gelegenheit aus, ihrem Bruttrieb nachzugehen. Selbst die Eientnahme hält sie nicht davon ab.

Positiver Nebeneffekt: Die verminderte Legetätigkeit wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung der Hühner aus.

Schwarzes Fleisch

Trotz des geringen Fleischgewinns landet das Seidenhuhn oft auf dem Tisch. Das Besondere: Haut, Fleisch, Innereien und das Knochenskelett der (japanischen) Seidenhühner ist schwarz. Das wirkt auf den ersten Blick skurril, verändert den Geschmack aber nicht. Vielerorts wird dem schwarzen Fleisch Heilwirkung zugesagt oder es wird als Delikatesse verkauft.


Haltung

Charakter des SeidenhuhnsSeidenhühner sind ruhig und scheuen den Konflikt. Soziale Interaktion und Harmonie behagen ihnen mehr – sowohl untereinander als auch im menschlichen Kontakt. Wer Zuwendung investiert wird dafür mit Zutraulichkeit belohnt.

Das Seidenhuhn ist damit ein tolles Familienhuhn, das auch den Kindern gefällt.

Seidenhühner zeigen im Miteinander kaum Anzeichen von Feindlichkeit. Sie leben gern im Großverbund und umsorgen dabei nicht nur sich selbst, sondern helfen sich auch untereinander aus.

Weil dieses Verhalten rassefremden Tieren nicht geläufig ist, endet der Vergesellschaftungsversuch oft im Kulturkonflikt.


Freilauf und Hühnerstall

Das Seidenhuhn und seine HaltungDie Federn (besonders in der Beinpartie) verkleben bei Schlechtwetter schnell und speichern die Feuchtigkeit auch über den Regenfall hinaus. Das ist nicht nur unangenehm und kalt, sondern lockt auch Parasiten an. Diese vermehren sich bei Feuchtigkeit besonders schnell und lassen von selbst nicht wieder von den Vögeln ab.

Ein trockener und sauberer Stall ist für die Haltung des Seidenhuhns deshalb elementar.

Auch der Haubenwuchs kann problematisch sein, wenn er die Hühner in der Sicht beschränkt. Spätestens wenn die Motorik darunter zu leiden hat, ist es sinnvoll, die Augenregion von den Federn zu befreien.

Abgesehen von diesen Hygienedetails ist das Huhn recht unkompliziert. Es beansprucht zum Beispiel deutlich weniger Platz, als Hühner von vergleichbarer Dimension. Einen großen Garten braucht es also nicht. Prinzipiell ist das Seidenhuhn damit ein Tier, dass auch im suburbanen Bereich gehalten werden kann.

Das lockere Federkleid des Seidenhuhns hindert es daran, Auftrieb zu gewinnen. Fliegen kann es deshalb nicht. Darum nächtigt es auch nicht in erhöhter Position, sondern nur an Plätzen, die es zu Fuß erreichen kann, z. B. ausgepolsterter Bodenbereich oder Sitzfläche (Stangen, Bretter), die über einen Aufstieg zu erreichen ist.

Die Flugunfähigkeit des Seidenhuhns ist ein Aspekt, der sich finanziell bewährt. Ein kniehoher Zaun reicht nämlich aus, um den Auslauf der Hühner zu limitieren.


Herkunft

Wann und wo genau das Seidenhuhn seinen Ursprung hat, ist bis heute nicht geklärt.

Herkunft des SeidenhuhnsÜberlieferungen zufolge gab es immer wieder Sichtungen, deren Beschreibungen (Huhn mit Katzenhaar, Wollhuhn, Kreuzung aus Huhn und Hase, Schwarzknochenhuhn, …) dem heutigen Seidenhuhn sehr ähnlich sind.

Belege für die Gleichheit gibt es jedoch nicht.

Stimmt die Theorie, so gab es das Huhn schon vor Christi Geburt.

Ausgehend von der Mongolei gelangte es nach China, Japan, Indien und durchbrach im 18. Jahrhundert erstmals europäisches Gebiet.

Die Zucht der Seidenhühner wird in Deutschland seit 1924 gezielt vorangebracht, ist aber je nach Farbschlag und Hauben- bzw. Bartträgereigenschaft getrennt zu bewerten. Während einzelne Merkmalsträger ausreichend vorhanden sind, werden andere Ausprägungen nicht ausreichend verfolgt (einzelne Farbschläge sind züchterisch gut aufgestellt, andere eher nicht).

Generell ist das Interesse am Seidenhuhn aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit verhältnismäßig gering. Wegen ihrer Ammenfunktion sind sie aber für Züchter interessant, die nicht künstlich brüten wollen, aber eine schlecht gluckende Rasse reproduzieren.


Optik

Anerkannte Seidenhuhn Farbschläge

Mittlerweile sind für das Seidenhuhn folgende Farbschläge anerkannt:Seidenhuhn Farben

  • Weiß
  • Schwarz
  • Blau
  • Perlgrau
  • Splash
  • Gesperbert
  • Rot
  • Gelb
  • Wildfarbig
  • Silber-wildfarbig
  • Weiß-schwarzgefleckt

Die Farben Rot, Gesperbert und Weiß-schwarzgefleckt sind für die Zwergrasse noch nicht standardisiert.Ansonsten unterscheiden sie sich vom Großhuhn farblich aber nicht.

Das Seidenhuhn wirkt in seiner gesamten Erscheinung rund. Die Brust ist breit und muskulös, der Bauch ist voll.

Auch der Rücken ist breit und kurz, ebenso wie der sich daran anschließende Schwanz.

Das Schwanzgefieder ist bei Hahn und Henne beinahe gleich – kurz, zerschlissen und vereinzelt von groben Federn durchsetzt. Das Hahnenschwanz ist insgesamt aber nicht ganz so filigran, wie das weibliche Gegenstück dazu.

Die Federn des Seidenhuhns fallen instabil auseinander und verleihen ihm damit das Aussehen von Fell. Weil das Gefieder insgesamt sehr reichlich ist, wirkt das Huhn propper und rund. Das Federkleid spart auch die Beine nicht aus, allerdings ist es dort spärlicher verteilt.

Die Läufe der Hennen sind kürzer, als die des Hahns. Beide haben einen fünften Zeh.

Seidenhühner tragen eine Haube auf dem Kopf und manchmal auch einen vollen Bart.

Alle sichtbaren Gewebepartien sind schwarz.

Die Hähne erreichen ein Gewicht von 1,7 Kilo und übertreffen damit die Weiblichen um rund 300 Gramm.

Die Zwergrasse wiegt jedoch nicht mal halb so viel. Zwerg-Hähne wiegen ca. 600, die Hennen nur 500 Gramm.