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Denizli Kräher

Ursprungsland
Türkei
Eigewicht
55 Gramm
Legeleistung
110 Eier / Jahr
Gewicht Hahn
3,50 Kg
Gewicht Henne
2,50 Kg
Bruttrieb
Flugfähigkeit
Denizli Kräher
Der Denizli Kräher ist eine Hühnerrasse, die fest zum türkischen Kulturgut gehört. Es unterscheidet sich nicht primär wie andere Rassehühner durch Leistungsdaten wie Legeleistung und Fleischansatz, sondern hat ein ganz besonderes Talent: Der Hahn kann fast eine Minute lang krähen und stellt das auch regelmäßig beim Wettkrähen unter Beweis!

Wir zeigen dir, was es mit dieser noch sehr unbekannten Hühnerrasse auf sich hat!


Legeleistung und Details zum Ei

Das Legespektrum der Denizli-Kräher-Henne ist mit 70 bis 140 Eiern pro Jahr recht weit. Die Eier wiegen ca. 55 Gramm und sind creme oder weiß.

In der Literatur wird dem Denizli-Huhn der Bruttrieb aberkannt. Dennoch kommen Naturbruten gelegentlich vor. Die Denizli-Henne stellt sich jedoch oft sehr ungeschickt an (versehentliches Zertreten der Eier/Küken), weshalb es regelmäßig zu hohen Verlusten kommt. Die Ammenbrut stellt deshalb eine geeignete Alternative dar.

Die Nachkommen wachsen mit einem Entwicklungsprozess von acht Monaten vergleichsweise langsam heran.

Besonderheiten bei der Brut: Selbst wenn ein leistungsstarker Hahn auch mit sieben Hennen noch Spitzenwerte in der Befruchtungsquote erzielen kann (mit steigendem Alter lässt der Befruchtungserfolg zunehmend nach), bringt der Schlupf nicht die volle Anzahl an Küken hervor.

Das hängt damit zusammen, dass die Eischale sehr dickwandig ist. Die zähe Eihaut stellt die Nachkommen vor ein zusätzliches Problem. Viele Tiere kommen deshalb nicht aus dem Ei, obwohl ihnen körperlich eigentlich nichts fehlt.


Haltung

Der Denizli-Kräher-Hahn hat einen melodishen Ruf, den er vor allem während der Balz stolz präsentiert.

Besonderheit: Ein durchschnittlicher Krähruf hält 20 bis 30 Sekunden an. Spitzentiere krähen eine Minute durch. Ab dem vierten Lebensjahr lässt das Durchhaltevermögen langsam nach, woraufhin der Balzruf von Jahr zu Jahr in kürzer werdenen Sequenzen ertönt.
Hinweis: In einer belebten Wohngegend könnte der ausgedehnte Krähruf zu Problemen mit den Nachbarn führen. Ziehe die Wohnumgebung deshalb unbedingt in deine Haltungspläne mit ein.

Ein Hahn ist gut mit Hennen unterschiedlicher Rassen vergesellschaftbar. Zeitweise leben auch mehrere Hähne der gleichen Rasse im friedlichen Miteinander zusammen. Der Bewegungsraum sollte dann aber so bemessen sein, dass er die Tiere nicht zur Auseinandersetzung zwingt.

Ab dem fünften Monat kann es bei den Hähnen dann aber zu Rangproblemen kommen. Wenn das Miteinander nicht mehr funktioniert, muss der Halter sie spätestens dann voneinander trennen.

Übrigens: Die Hähne neigen dazu, ihre Hennen gegenüber fremden Personen zu verteidigen. Manchmal zählen sie auch den Halter zu dem vermeintlichen Gefahrenkreis dazu. Am besten sucht man frühzeitig den Kontakt, damit eine gute Bindung entsteht.

Hühnerstall und Auslauf

Das Denizli-Huhn ist relativ anspruchslos. Es ist robust und wird nur selten krank. Die Freilandhaltung in Kombination mit einem trockenen Unterstand reichen als Unterkunft aus. Alternativ dazu kann es eine geräumige Voliere sein.

Weil sich das Huhn gern bewegt, braucht es ein Beschäftigungsareal. Es ist bereits zufrieden, wenn es sich im Außengehege auf Futtersuche begeben kann.

Gegen Fluchtversuche hilft ein schulterhoher Zaun.


Herkunft

Der Denizli-Kräher stammt aus einer türkischen Stadt (Denizli) in der Ägäisregion. Die Hühnerrasse gibt es dort schon seit über 500 Jahren. In Deutschland ist sie aber noch recht jung (ab 1987).

Das Denizli ist ein Langkrähhuhn. Zu dem Verwandtschaftsgrad der unterschiedlichen Langkrährassen gibt es verschiedene Theorien. Zum einen wird vermutet, dass alle Rasseentwicklungen auf ein mehr als 2000 Jahres altes chinesisches Ursprungshuhn zurückzuführen sind. Zum anderen könnten die Rassen unabhängig voneinander entstanden sein. Dafür spricht zum Beispiel der unterschiedlich klingende Ruf.

Laut einer universitären Untersuchung aus dem Jahre 2016 (The Origin of Turkish Native Chickens, Denizli and Gerze), an der unter anderem das deutsche Friedrich-Loeffler-Institut beteiligt war, legen die Ergebnisse einer genetischen Untersuchung kontrastierend dazu die Vermutung nahe, dass das Denizli dem indischen Subkontinent entstammt.

Außerdem stellt die jüngere Zuchtgeschichte ein Verwandtschaftsverhältnis zum japanischen Tomaru und dem Bosnischen Kräher her, weil ersterer an der Entwicklung des schwarzen und letzterer an jener des weißen Farbschlags (nicht anerkannt) beteiligt war.


Optik

Das Denilzi-Huhn hat eine stolz aufgerichtete Körperform. Der Rücken fällt in gerader Linie ab. Die Körperproportionen lassen sowohl Rückschlüsse auf das ursprüngliche Landhuhn als auch auf eine Verwandtschaft zu Kampfhühnern zu. Im Vergleich zum Hahn hat die Henne eine vollere Brust- und Bauchpartie.

Der Denizli-Kräher ist gering befiedert, weshalb das Schwanzgefieder des Hahns spärlich und zerschlissen aussehen kann. Auch die Henne trägt ihre Schwanzfedern schmal und kompakt. Teilweise ragen die Schwänze in einem Winkel von 90 Grad empor.

Im Erscheinungsbild kommt das Huhn sehr variantenreich daher. Es gibt Rassevertreter mit und ohne Schopf und welche mit Einfach- bzw. einem Rosenkamm. Der Kamm ist in beiden Fällen rot, kann aber auch mit weißem Einschlag versehen sein. Auch die roten Ohrenscheiben sind manchmal teilweise weiß.

Die roten Kehllappen können beim Hahn sehr ausgeprägt sein. Die Henne hat insgesamt ein unauffälligeres Gesicht. Das Gesicht beider Geschlechter ist minimal befiedert und rot.

Die Augen sind in der Regel dunkelbraun.

Der Schnabel ist dunkelhorn.

Die Läufe sind dunkelgrau, grünlich oder schwarz.

Eine ausgewachsene Henne wiegt bis zu 2,5 Kilogramm. Der Hahn wiegt ein Kilo mehr.


Anerkannte Brakel Farbschläge

Hierzulande sind durch den BDRG folgende drei Farbschläge anerkannt:

  • Schwarz-gold
  • Schwarz-silber
  • Schwarz

Außerhalb unserer Landesgrenzen können weitere Farbschläge anerkannt sein (u. a. Rot). Auch ganz weiße Denizlis gibt es schon. Standardisiert sind sie aber noch nicht.

Eine anerkannte Zwergform gibt es übrigens nicht.