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Legehennen Rassen (Legehybriden) – Vorteile und Vollgas-Legeleistung!

Wenn es um die Legeleistung geht, sind Legehennen Rassen (Legehybriden) unschlagbar. Preislich können die meisten Rassehühner ebenfalls kaum mithalten.

Aus diesem Grund leisten Hybriden nicht nur in der gewerblichen Eierproduktion Unverzichtbares, sie zählen auch seit Jahrzehnten zu den Klassikern im Hühnergarten.

Typische Legehennen - Hybridhühner

Groß in Mode kamen die Legehybriden schon in den 1950er Jahren.


Was sind Hybridhühner?

Die als Lege- und Masthybriden verkauften Hühner sind keine Hybriden im wissenschaftlichen Sinne, sondern ganz einfach leistungsstarke Wirtschaftskreuzungen.

 

Sie gehören wie alle Haushühner zur Art Gallus gallus domesticus. Alle Vögel dieser Art stammen vom wilden Bankivahuhn ab. Bei Kreuzungen untereinander entstehen keine Arten-Hybriden, wie beispielsweise Maulesel als Mischlinge zwischen Pferd und Esel oder Liger, Mixe aus Löwe und Tiger.

In der Tier- und Pflanzenzucht hat die Bezeichnung „Hybride“ eine andere Bedeutung. Hier bezeichnet man die Nachkommen als Hybride, die aus der Kreuzung zweier reinerbiger Eltern hervorgehen. Die Elterntiere stammen aus speziellen Inzuchtlinien.

Die Nachkommen sind leistungsfähiger als ihre Eltern, geben diese Leistungsfähigkeit aber nicht an ihre eigenen Nachkommen weiter. Die Geflügelproduzenten profitieren bei den Hybriden vom sogenannten Heterosiseffekt. Das heißt, dass sich die positiven Eigenschaften der jeweiligen Elternlinien in der ersten Generation, der F1, durchsetzen.


Wo kommen die Hybridhühner her?

Die Tiere stammen aus verschiedenen Zucht- und Vermehrerbetrieben. Bei vielen Hybriden handelt es sich um geschützte Marken. Deren genaue Abstammung gehört zu den streng gehüteten Betriebsgeheimnissen.

Legehybriden Ursprung

Zu den Weltmarktführern gehört die im niedersächsischen Ankum ansässige Firma Lohmann. Von diesem Betrieb stammen jene braunen Hühner, die die meisten Eier für den Weltmarkt liefern. Vor allem in der gewerblichen Hühnerhaltung beliebt sind auch die weißen Lohmanns, die Eier mit weißen Schalen produzieren. Von den weißen und braunen Legehuhnklassikern gibt es wiederum verschiedene, sehr ähnlich aussehende Linien wie die Lohmann LSL-Classic, Lohmann LSL-Lite, Lohmann Sandy, Lohmann Brown-Classic, Lohmann Braun-Lite und Lohmann Tradition.

Bovans in weiß, braun und schwarz

Darüber hinaus existieren weitere Geflügelzuchtbetriebe, die gezielte Kreuzungen zum Erhalt leistungsfähiger Hybriden vornehmen. Von diesen stammen die für den Hobbyhalter gezüchteten, in verschiedenen Farben erhältlichen Hühner, die auch optisch die Erwartungen erfüllen.

Optisch attraktive Legehybriden sind:

  • Grünleger (verschiedene Farben)
  • Königsberger (blaugrau)
  • Blausperber (dunkel-weiß gesperbert)
  • Goldsperber (beige, braun oder gelb gesperbert)
  • Bovans (schwarz)
  • Sussex+ (weiß mit schwarzen Elementen)
  • Marans+ Schokoleger (verschiedene Farben)

Bei diesen für den Hobbygebrauch und zur Selbstversorgung gezüchteten Hybriden handelt es sich teilweise um Abbildzüchtungen alter Rassen.

Die Tiere sehen gut aus, sind robust, aber nicht so legefreudig wie die für die gewerbliche Haltung geschaffenen Lohmanns. Dennoch legen sie in den ersten beiden Jahren mehr Eier als ein herkömmliches Rassehuhn.


Wer verkauft Legehybriden?

Legehybriden sind beim Geflügelhandel erhältlich. Oft fahren die Händler in regelmäßigen Abständen bestimmte Plätze an und verkaufen das Geflügel direkt aus dem LKW. Auch auf Geflügelmärkten sind sie präsent.


Diese Vorteile bieten Legehybriden

  • exzellente Legeleistung von bis zu 320 Eiern im Jahr
  • geringe Anschaffungskosten
  • gute Futterverwertung
  • kaum Bruttrieb

Weshalb sind Hybriden keine Rasse?

Merkmal einer Rasse ist die Reinerbigkeit. Das heißt, dass die Nachkommen bestimmte Eigenschaften hinsichtlich des Aussehens, Charakters und der Leistung erben und in dieser Hinsicht ihren Eltern gleichen. Kurzum, Gleiches bringt Gleiches hervor.

Bei den Hybriden und allgemein bei Mixen ist das anders. Es entstehen Hühner, die von beiden Elternteilen jeweils andere Eigenarten erhalten. Paart man Hybriden untereinander, dann kommt es zu einer Aufspaltung der Erbanlagen und es treten Merkmale verschiedener Vorfahren hervor. Die Nachkommen sehen nicht zwangsläufig wie ihre Eltern aus.

Blausperber Hahn
Schon gewusst? Die meisten Hühnerrassen sind aus einer gezielten Kreuzung entstanden. Das Orpington-Huhn lässt sich zum Beispiel auf Croad-Langschans, Plymouth Rocks und Minorkas zurückführen. An der Entstehung der Barnevelder waren Cochins, Rhodeländer und Wyandotten beteiligt.

Gibt es bei den Hühnern auch echte Art-Hybriden?

Ja, die gibt es. So lassen sich zum Beispiel Fasane mit Haushühnern kreuzen. Das geschieht zuverlässig mittels künstlicher Befruchtung oder aber in selteneren Fällen auf natürliche Weise, allerdings in der Regel nur bei Mangel eines adäquaten Partners.

Darüber hinaus gibt es Hybride bei den Hühnervögeln in freier Wildbahn. Ein bekanntes Beispiel ist das Rackelhuhn, eine Kreuzung zwischen Auer- und Birkhuhn. Die Nachkommen besitzen zumeist eine stark eingeschränkte Fruchtbarkeit und pflanzen sich nur extrem selten fort. Rackelhennen legen unbefruchtete und oft auch deformierte Eier. Viele Rackelhähne sind fruchtbar.

Auch gab es bereits seltene Kreuzungen aus Birk- und Haselhuhn, Perl- und Haushuhn sowie aus Perlhuhn und Pfau.

Die Befruchtung von weiblichen Puten durch männliche Haushühner ist möglich, führt aber in der Regel nicht zu lebensfähigem Nachwuchs.


Masthybriden für die Fleischerzeugung

Neben den weit verbreiteten Legehennen gibt es Masthybriden. Diese erreichen schon nach etwa 28 Tagen ein stattliches Schlachtgewicht und sind für die gewerbliche Aufzucht in großen Hallen geschaffen.

Aufgrund ihres schnellen Wachstums und ihres relativ hohen Gewichts sind Masthybriden anfällig für Krankheiten und orthopädische Schäden. Selbst bei guter Pflege werden nur wenige älter als drei Monate.

Neben den herkömmlichen Masthybriden gibt es auch sogenannte Landmasthühner, zum Beispiel die Ranger. Diese eignen sich besser für die Freilandhaltung und sind robuster, wachsen dafür aber etwas langsamer.

Unser Tipp: Wer mit dem Schlachten warten kann und bei dem Gesundheit und Vitalität an erster Stelle stehen, entscheidet sich für eine langsam wachsende Fleischhuhnrasse und kauft zum Beispiel Orpingtons, Brahmas oder Dorkings. Viele Geflügelzüchter geben die überschüssigen Junggockel preiswert ab.

FAQ

Kann man Hybriden selbst nachzüchten?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Hybriden um Leistungskreuzungen. Da sie nicht reinerbig sind, sehen die Nachkommen oft nicht aus wie ihre Eltern, weil Gene verschiedener Vorfahren durchschlagen können. Auch die hohe Legeleistung bleibt nicht erhalten.

Zudem bietet der Geflügelhandel in der Regel nur weibliche Tiere an. Wer explizit einen Hahn wünscht, muss diesen vorbestellen. Da in den großen Geflügelzuchten die männlichen Tiere frühzeitig aussortiert werden, ist die Verfügbarkeit nicht gesichert. Es besteht jedoch generell die Möglichkeit, mit Hybridhennen Küken zu ziehen. Einzige Voraussetzung: Es läuft ein Hahn mit und die Eier sind befruchtet.

Küken schlüpfen in Naturbrut
Schon gewusst? Viele Hobbyhalter brüten mit Erfolg Supermarkteier in der Brutmaschine aus. Hierfür eignen sich nur Bio-Eier, denn die Gesetze schreiben den produzierenden Betrieben vor, dass Hähne in der Hennenschar mitlaufen.

Auch bei den Bio-Hennen handelt es sich zumeist um Legehybriden. Mit herkömmlichen Bodenhaltungs- und Freilandeiern funktioniert das zumeist nicht. Hier müssen die Hennen ohne Hahn auskommen und die Eier sind somit nicht befruchtet.


Was kosten Legehybriden?

Legehybriden sind in der Regel sehr viel günstiger als Rassehühner. Die Preise beginnen bei etwa 7 bis 10 Euro für weiße und braune Lohmanns und enden bei rund 15 Euro für Grünleger, Marans+, Goldsperber und Königsberger.


Wie alt sind die Legehybriden bei der Abgabe?

Bei der Abgabe sind Legehybriden in etwa alle gleich alt. 18 bis 22 Wochen alte Hennen verkauft der Händler als legereif. Junghennen sind etwa 12 bis 14 Wochen alt.


Was fressen Hybriden?

Hybriden ernähren sich wie alle Hühner von Kräutern, Samen, Würmern, Schnecken, Insekten und handelsüblichem Legefutter. Auch Hybriden suchen sich ihr Futter im Auslauf selbst, wenn ihnen genug Platz zur Verfügung steht.

Bestandteile des Hühnerfutters

Dass Legehybriden derart auf Leistung getrimmt sind, dass sie nur mit übermäßig viel Kraftfutter über die Runden kommen, weil ansonsten die eigene Gesundheit leidet, ist eine Mär.

Im Schnitt benötigt eine Legehenne 125 Gramm Legekorn oder -mehl am Tag. In Bezug auf ihre enorme Leistung ist das gering.


Sind Legehybriden anfälliger für Infektionen und allgemein schwächer?

Fans von Rassegeflügel behaupten immer wieder, Legehybriden wären anfälliger für Krankheiten und allgemein empfindlicher, weil sie eigentlich für eine sterile Umgebung geschaffen sind.

Nun müssen aber gerade Tiere, die üblicherweise dicht gedrängt zu Tausenden in riesigen Hallen leben, einem enormen Infektionsdruck standhalten und darüber hinaus stressresistent sein.

Gewerbliche Legehybriden

Eine Ausnahme bilden Masthybriden. Diese sind tatsächlich anfälliger für Infektionen und andere Krankheiten und nicht auf Langlebigkeit gezüchtet.


Sind die Brutergebnisse bei Hybriden besser oder schlechter?

Die Brutfähigkeit der Hybrideier ist oft besser und die Küken sind vitaler. Die Lebensfähigkeit der Nachzucht spielt bei der Selektion eine große Rolle, schließlich stehen wirtschaftliche Aspekte im Mittelpunkt. Für Lohmann und andere Geflügelproduzenten zählt nur Leistung.

Küken benötigen Futter

Während viele Rassegeflügelzüchter schulterzuckend eine Schlupfquote von 20 Prozent akzeptieren und in diesem Fall von einem schlechten Jahr sprechen, wäre das in der gewerblichen Hühnerproduktion undenkbar. Einreißer dieser Art darf man sich hier nicht erlauben, denn nur Legehennen, die zuverlässig schlüpfen und gesund heranwachsen, bringen die geforderte Leistung und den erwarteten Profit.


Nachteile der Hybriden

Natürlich besitzen Legehybriden auch weniger gute Eigenschaften. So erhalten sie ihre hohe Legeleistung nur etwa zwei Jahre aufrecht. In der gewerblichen Hühnerhaltung werden die Hennen zumeist im Alter von 18 Monaten aussortiert und gegen jüngere Tiere ersetzt.

Viele Rassehühner legen in diesem Alter fleißig weiter. Einige Geflügelhalter sehen auch die geringe Brutfreude als Nachteil. Es gibt zwar Hybridhühner, die erfolgreich brüten und Küken führen, doch das ist eher die Ausnahme. Die meisten Legehybriden eignen sich nicht als Glucke.