Skip to main content

Große Hühnerrassen – Die 5 größten Rassen und ihre Besonderheiten

Es gibt viele gute Gründe, große Hühnerrassen zu halten. Zum einen bedeutet mehr Huhn natürlich auch mehr saftiges Fleisch. Zum anderen überzeugen gerade die großen Vertreter ihrer Art mit einer imposanten Erscheinung. Unter den Riesen sind außerdem solche Rassen, die besonders schnell Vertrauen fassen und mit ihrer ruhigen Art gefallen.


Große Hühnerrassen im Vergleich

Brahma, eine der größten HühnerrassenEs gibt zahlreiche große Hühnerrassen, deren Hähne ein Maximalgewicht um die 4,5 Kilogramm erreichen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Große Orpington
  • Dorking
  • Indischer Kämpfer
  • Cochin
  • Deutsches Langschan
  • Posawien-Haubenhuhn
  • Malaie
  • Aquitaine
  • Barbezieux
  • Koeyoshi

Ab einem Gewicht von fünf Kilogramm wird es dann rekordverdächtig, wobei Jersey Giant und Brahma scharf miteinander konkurrieren. Bei diesen beiden Riesenrassen gibt es immer wieder Hähne, die das Standardmaß überschreiten und weit über 5 Kilogramm auf die Waage bringen. Kapaune erreichen sogar ein Gewicht von bis zu zehn Kilogramm.

Sowohl die Jersey Giants als auch die Brahmas stammen aus den USA.


Die 5 größten Hühnerrassen vorgestellt

Rasse 1: Jersey Giant – Das wohl schwerste Huhn der Welt

Mit einem Standardgewicht von bis zu 5,5 Kilogramm ist der Jersey Giant weltweiter Rekordhalter.

Jersey Giant Henne

Ursprünglich als Putenersatz für die Fleischindustrie gezüchtet, bringen es die Hennen mit bis zu 180 großen Eiern im Jahr dennoch auf eine akzeptable Legeleistung. Jersey Giants wachsen langsam und erreichen ihre Endgröße erst mit über einem Jahr.

Zu ihren Vorfahren gehören Javas, Croad Langschans und Brahmas.

Jersey Giants wirken optisch wie ganz normale Standardhühner ohne auffallende Merkmale. Es gibt sie in verschiedenen Farbschlägen, zum Beispiel in Weiß und blau gesäumt. Am häufigsten ist der schwarze Farbschlag.

Der Jersey Giant ist ein sanfter Riese, der schnell Vertrauen fasst und sich mit anderen Hühnern gut verträgt. Die Hennen besitzen einen ausgeprägten Brutinstinkt und sind liebevolle und umsichtige Mütter.


Rasse 2: Brahma – Der Riese unter den Hühnern

Hinsichtlich des Gewichts ist das Brahma-Huhn dem Jersey Giant tendenziell knapp unterlegen. Dafür sagt man den Brahmas nach, etwas mehr in die Höhe zu wachsen.

Cochin Huhn - Verwandt mit den großen Brahma Hühnern

Die Ursprünge der Brahmas liegen in Nordamerika. Man züchtete sie hier aus asiatischen Rassen wie Chittagong-, Malaien- und Cochin-Hühnern und gab ihnen den Namen eines indischen Flusses.

Brahmas gibt es in verschiedenen Farbschlägen. Sie sind eine imposante Erscheinung mit kurzem, kräftigem Schnabel, einer anmutigen Körperhaltung und einer reichen Befiederung, die sich bis zu den Zehen erstreckt.

Schon gewusst? Merakli ist das wahrscheinlich größte Huhn der Welt. Der stattliche Brahma-Hahn lebt im Kosovo und bringt üppige 7,7 Kilogramm auf die Waage. Aufgerichtet ist das Tier etwa einen Meter hoch.

Rasse 3: Brügger Kämpfer – Der Athlet unter den Riesen

Auch die Hähne des Brügger Kämpfers erreichen mitunter ein Gewicht von 5,5 Kilogramm. Mit bis zu vier Kilogramm sind die Hennen entwas leichter.

Diese alte Haushuhnrasse stammt aus Westflandern in Belgien. Sie wurde gegen Mitte des 17. Jahrhunderts aus Malaien und alten Kampfhuhnrassen erzüchtet.

Der Brügger Kämpfer besitzt eine aufrechte, stolze Haltung und verfügt über relativ lange Beine. Mit seiner sportlichen Erscheinung ist er der Wrestler unter den Hühnern. Wie der Name bereits sagt, handelt es sich ursprünglich um ein Kampfhuhn, das dem Betrachter imponiert und Mut sowie Stärke ausstrahlt. Mit dem ruhigen, freundlichen Wesen der Brahmas und Jersey Giants hat er deshalb wenig gemein. Seinen Besitzern gegenüber ist der Brügger Kämpfer jedoch zumeist freundlich gesonnen.

Etwas leichter gebaut ist der Lütticher Kämpfer, ebenfalls ein Respekt einflößendes Huhn mit langen Läufen und einer stolzen, aufrechten Haltung. Der Lütticher Kämpfer ist ebenfalls ein Belgier. Er stammt ursprünglich aus Wallonien und wurde dort aus dem Brügger Kämpfer herausgezüchtet, um dessen Kampfeigenschaften zu optimieren. Es gibt die Rasse seit dem 19. Jahrhundert.


Rasse 4: Sandschak Kräher – Stimmgewaltiges Huhn mit Federhaube

Mit maximal fünf Kilogramm ist der Sandschak-Kräher etwas leichter als die eben vorgestellten Rassen. Dafür sind die Hähne umso stimmgewaltiger. Der Langkräher stammt aus den Regionen Metochien im westlichen Kosovo und Sandzak im Nordosten Montenegros und Südwesten Serbiens.

Das Zweinutzungshuhn ist sehr klimatolerant und verträgt heiße Sommer ebenso gut wie schneereiche und kalte Winter.

Das Besondere an dieser Rasse ist das bis zu 30 Sekunden lange Krähen der Hähne.

Auffallend ist auch die Optik. Die Hühner besitzen entweder gar keinen oder einen stark zurückgebildeten Kamm. Charakteristisch ist die leicht nach vorne geneigte Federhaube. Die Hähne sind wehrhaft und manchmal auch angriffslustig. Sie verteidigen ihre Hennenschar tapfer gegen Habichte und andere Angreifer. Die Hennen sind hervorragende Glucken.


Rasse 5: Mechelner – Gutmütiger Fleischlieferant

Um die fünf Kilo erreicht ein Mechelner Hahn. Das große Masthuhn liefert besonders aromatisches und saftiges Fleisch und besitzt einen ausgeglichenen und sanften Charakter. Mechelner fliegen kaum und benötigen nur einen kleinen Auslauf.

Die Henne legt etwa 150 Eier im Jahr.

Die Beine und der Schnabel der Mechelner sind fast weiß. An den Füßen und Beinen trägt der Mechelner Federn. Die ursprüngliche Farbe ist gesperbert, weshalb man früher dieses Huhn auch Mechelner Kuckuck nannte. Inzwischen sind verschiedene Farbschläge anerkannt.

Eine Variation sind die Mechelner Putenköpfe. Um die Fleischqualität zu verbessern, kreuzte man Kampfhühner ein. Das verbesserte das Wachstum der Tiere und brachte mehr Brustfleisch. Die kältetoleranten Hühner lagern das Fett weniger unter Haut, sondern vielmehr intramuskulär ein. Das Fleisch ist deshalb besonders zart und schmackhaft. Auch die Hähne der Mechelner Putenköpfe erreichen locker ein Gewicht von fünf Kilogramm.


Wie viel Platz brauchen große Hühnerrassen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn rein von der Größe auf den Platzbedarf zu schließen, ist unmöglich. Allgemein benötigen große Hühnerrassen mehr Platz auf der Sitzstange und auch größere Legenester. Hinsichtlich des Auslaufs gibt es kaum Unterschiede zu kleineren Rassen. Jede Rasse hat andere Bedürfnisse. Die einen sind ruhiger, die anderen agiler und bewegungsfreudiger.

Cochin Hühner - Große Hühnerrassen

Große Hühner mit ruhigem Temperament, die sich auch mit einem relativ kleinen Auslauf zufriedengeben, sind zum Beispiel Brahmas, Jersey Giants, Orpingtons, Cochins und Mechelner. Wesentlich temperamentvoller sind die großen, athletischen Kämpfer-Rassen wie der Brügger Kämpfer und der Indische Kämpfer. Auch der Sandschak Kräher nutzt seinen Bewegungsradius zumeist voll aus.

Fazit: Wer sich für große Hühnerrassen interessiert, aber nur über ein begrenztes Platzangebot verfügt, sollte sich deshalb sehr gut über die einzelnen Rassen und ihre Eigenheiten informieren. Ganz sicher ist eine passende Großhuhnrasse dabei. Die Konsequenzen einer falschen Wahl sind häufig unangenehm.
Achtung! Da sich unter den großen Hühnerrassen auch solche mit erhöhter Aggressivität befinden, ist der Erwerb dieser Tiere gründlich zu überdenken. Das gilt vor allem dann, wenn sich kleine Kinder in der Nähe der Hühner aufhalten. Ein kleiner Kämpfer kann hier schon genug Schaden anrichten. Ein Riese wird schnell zum unkalkulierbaren Risiko.

Wie schädlich ist mangelnder Auslauf für große Hühnerrassen?

Brauchen ruhige, große Hühnerrassen wirklich weniger Auslauf? Aus Sicht der Hühner gesehen: Ja! Vorausgesetzt, es ist genügend Futter vorhanden. Dann fühlen sich Brahma, Orpington und Co. auch bei geringem Platzangebot wohl. Viele Hühnerhalter freuen sich über diese unkomplizierte und bequeme Haltungsform.

Aus gesundheitlicher Sicht ist ein begrenztes Platzangebot jedoch kritisch zu sehen. Viele große Hühnerrassen neigen zum Verfetten. Sie werden dann noch träger und die Gesundheit leidet. Zu dicke Hennen geraten schneller in Legenot. Die Legeleistung und die Fruchtbarkeit nehmen ab.

Im Prinzip ist das wie bei uns Menschen. Wer rastet, der rostet, und wer den ganzen Tag faul auf dem Sofa liegt, wird irgendwann krank.

Unser Tipp: Gestalte den Hühnerauslauf möglichst abwechslungsreich und animiere die Tiere zur Bewegung. Es schadet nichts, wenn die Hühner einige Meter zum Wasser und zum Futter laufen müssen. Stelle das Futter möglichst weit weg von den Sitzstangen und das Wasser an einen anderen Platz als das Futter.

Anforderung an den Hühnerstall

Große Hühnerrassen brauchen keinen hohen Zaun

Wer große Hühner hält, benötigt eine dementsprechend große Stallausstattung. Die Hühnerklappe muss groß genug sein, um den Tieren einen angenehmen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Auch die Größe der Legenester muss dem Bedarf der Hühner entsprechen. Eine Ausnahme bildet die Sitzstange.

Da viele große Hühnerrassen schlechte Flieger sind, schlafen sie in geringerer Höhe oder bleiben gleich auf dem Boden. Das trifft zum Beispiel auf den Brahma zu. Die Sitzstange darf deshalb nicht zu hoch montiert sein. Meist genügen je nach Rasse 20 bis 40 Zentimeter.

Auch im Auslauf begnügen sich viele große Hühnerrassen mit einem niedrigeren Zaun. Bei Mechelnern und anderen ruhigen Rassen reicht eine Höhe von maximal einem Meter.


Große Hühnerrassen mit anderen Hühnern zusammenhalten, klappt das?

Ob das Zusammenleben verschiedener Rassen klappt, ist keine Frage der Größe, sondern des Temperaments. Ruhige Kleinrassen kommen mit großen, friedlichen Tieren in der Regel besser zurecht als mit aggressiven Kämpfern. Ein kleiner, aggressiver Hahn kann im umgekehrten Fall eine Schar Großhühner tyrannisieren. Ruhige Hühner sind deshalb mit ruhigen Hühnern zu vergesellschaften und temperamentvolle mit temperamentvollen, unabhängig von der Größe.

Wer viele verschiedene Hühner hält, muss natürlich auch ein dementsprechend auf die unterschiedlichen Größen zugeschnittenes Equipment zur Verfügung stellen. Das ist wiederum mit einem Extraaufwand verbunden.