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Schwedisches Blumenhuhn

Ursprungsland
Schweden
Eigewicht
60 Gramm
Legeleistung
180 Eier / Jahr
Gewicht Hahn
3,50 Kg
Gewicht Henne
2,50 Kg
Bruttrieb
Flugfähigkeit
Schwedisches Blumenhuhn und seine Haltung

Das Schwedische Blumenhuhn fasziniert mit optischer Varianz. Doch die bunte Hühnerschar ist nicht nur schön anzusehen, sondern bringt auch einen Wirtschaftsnutzen mit.


Legeleistung und Details zum Ei

Die Kombination aus hoher Fleischqualität und ganzjähriger Legefreude sind die wirtschaftlichen Merkmale, die das schwedische Zweinutzungshuhn für die Eigenverwertung so brauchbar macht.

Wie viele Eier die schwedischen Blumenhühner legen können, hängt damit zusammen, welcher Zuchtlinie sie angehören. Einige Individuen sind mit 200 Eiern besonders leistungsstark. Andere legen bis zu 50 Eier weniger.

Vom zweiten bis zum vierten Legejahr nimmt die Quote um die Hälfte ab. Ein vierjähriges Huhn kann aber immer noch 100 Eier produzieren.

Die Eier sind cremefarben/braun und wiegen bis zu 60 Gramm. In Abhängigkeit zur Zuchtlinie können Schwankungen in Farbe und Gewicht entstehen.

Hinweis: Gute Legerinnen versorgen ihren Halter zwar stets mit frischem Ei, die legestärksten Hennen brüten aber kaum. Trotzdem ist für diese Rasse die Naturbrut vorgesehen.

Haltung

Schwedische Blumenhühner haben den Ruf, anhänglich und pflegeleicht zu sein. Mit der entsprechenden Fürsorge werden nicht nur die Hennen, sondern auch die Hähne zahm.

Unterm Strich hat die Landhuhnrasse also ein offen-zugewandtes Naturell. Dieses trägt entscheidend dazu bei, dass sich die Tiere innerhalb der Truppe gut verstehen. Vorausgesetzt, sie haben genug Bewegungsplatz.


Freilauf und Hühnerstall

Die Schwedischen Blumenhühner sind flugbegeistert und aktiv. Sie können Zäune überwinden, Hindernisse bezwingen und Baumwipfel erklimmen. Die offene Haltung ist für die freiheitsliebenden Schweden deshalb optimal. Falls der unbegrenzte Freilauf nicht möglich ist, bedarf es einer Überdachung und erfordert einen hohen Zaun.

Schwedische Blumenhühner sind gute Futterverwerter und suchen sich einen Teil des Futters gerne selbst. Damit ihnen das gelingt, muss die Umgebung fruchtbar sein.

Grundsätzlich sind die schwedischen Landhühner wetterresistent. Allerdings sind sie bei Minusgraden gerne drinnen. Deshalb sollte ihnen – zumindest im Winter – eine trockene, frostfreie Stallung zur Verfügung stehen. Das ist besonders für die Hähne wichtig, da es an ihren Kämmen anderenfalls zu Frostverletzungen kommen kann.


Herkunft

Von den Schwedischen Blumenhühnern hatte man im 18. Jahrhundert offiziell Kenntnis erlangt. Trotzdem steht die Vermutung im Raume, dass es die Ursprungsform bereits seit einigen tausend Jahren gibt.

Schwedische Blumenhühner sind eine alte europäische Landhuhnform, die zufällig entstanden ist. Im Laufe der Zeit siedelten sich die Hühner im südlichen Teil Schwedens an, weil es dort nahrhafte Futterressourcen gab. Im Zuge dessen und weil die Landwirte nur die leistungsstarken Tiere behielten, kam es zur Steigerung der Leistungsdaten und zu einer Form der Selektion.

Als im 19. Jahrhundert dann allerdings die leistungsstärkeren Importhühner und im 20. Jahrhundert die Legehybriden nach Schweden kamen, nahm das Interesse an den Schwedischen Blumenhühnern ab – so weit, dass das Schwedische Huhn bis auf wenige Individuen ausgestorben war. Sein Überleben verdankt es „Svenska Lanthönkluppen“, dem zwecks Rasseerhalt gegründeten schwedischen Zuchtverein.

Ende der 90er kehrte sich das Blatt und die Schwedischen Blumenhühner wurden weltweit populär.

Obgleich sich das Schwedische Blumenhuhn über eine wachsende Zahl an Interessenten freuen kann, sind die Bestände immer noch gering. Unter diesen Umständen kann der Bezug hochwertiger Zuchttiere ein komplizierter Vorgang sein.

Tipp: Über Onlineportale, Züchter und den “Arbeitskreis Schwedisches Blumenhuhn” können Kaufinteressenten an Bruteier und mit etwas Glück sogar an zuchttaugliche Blumenhühner gelangen.

Neben dem Ziel, die schwedischen Vorgaben umzusetzen, geht es auch darum, dass die farbliche Vielfalt erhalten bleibt. Zu diesem Zweck sollen verschiedenfarbige Hähne an der Zucht beteiligt sein.

Hinweis: Der Züchter soll bezüglich der optischen Eigenschaften nicht selektieren, also auch mit Hühnern züchten, die ihm optisch nicht so gut gefallen. Das hängt damit zusammen, dass auch ein weniger attraktives Huhn farbenfrohe Nachkommen zeugen kann. Außerdem soll er keine blauen Tiere miteinander verpaaren, weil in der Folgegeneration sonst reinweiße Hühner entstehen.

Optik

Bei den Schwedischen Blumenhühnern gibt es eine entscheidende Besonderheit. Sie haben nämlich keinen verbindlichen Standard und gehören somit keiner konkreten Rasse an. Obgleich die Hühner aufgrund dessen nicht ausgestellt werden, gibt es dennoch grobe Zuchtziele und einen diesbezüglich geltenden Rahmen.

Die Schwedischen Blumenhühner haben die klassische Landhuhnform. Die Körperstatur beider Geschlechter soll bauchig, gedrungen und schwerpunktmäßig leicht nach vorn verlagert sein.

Die schwedischen Landhühner haben reichlich Gefieder und die Hähne einen gut besichelten Hahnenschwanz.

Schwedische Blumenhühner haben einen Stehkamm, der bei den Exemplaren, die einen Federschopf haben, eine s-förmige Falte schlägt.

Interessant: Bis zu 30 % der Hühner haben einen Schopf.

Die Ohrscheiben sind unaufdringlich und bei vielen Exemplaren strahlend Weiß.

Kamm und Kehllappen können erheblich in der Größe variieren. Bei einigen Individuen wirken sie beinahe zu groß.

Die Farbe der Läufe soll gelb, fleischfarben oder (ausschließlich bei den Hennen) schwarz durchbrochen sein.

Die Augen der Schwedischen Blumenhühner sind orange.

Schwedische Blumenhühner sollen die schwersten Hühner Schwedens sein. Die Hennen erreichen mit 2,5 kg und die Hähne mit 3,5 kg ihr Höchstgewicht. Das Gewicht fällt – in Abhängigkeit zur Zuchtlinie – jedoch sehr unterschiedlich aus.

Schwedische Blumenhühner gibt es in den Grundfarben Blau, Braun, Gelb, Grau, Wildfarben und Schwarz. Optisch sind sie also ebenfalls sehr variantenreich. Trotz all der Unterschiede gibt es aber auch eine charakteristische Gemeinsamkeit:

Die Federn der Schwedischen Blumenhühner tragen das Mottling-Muster und schimmeln im Laufe des Lebens aus. Damit ist gemeint, dass die Hühner mit jeder Mauser Pigmente verlieren. Sie werden also mit voranschreitendem Alter heller. Einige Exemplare sind nach vier Jahren schon bis zur Hälfte weiß.

Übrigens: Die Bezeichnung „Blumenhuhn“ rührt von ebendieser weiß-fleckigen Gefiederzeichnung her. Diese sieht mit ein wenig Fantasie nämlich wie eine bunt getupfte Blumenwiese aus.

Da die schwedischen Hähne mindestens dreifarbig sind, sind sie im Vergleich zu einigen Hennen besonders farbenfroh.

Eine Zwergform gibt es bislang nicht.