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Pflanzen im Hühnerauslauf: Tipps für die Bepflanzung

Als Allesfresser haben Hühner nicht nur Würmer, Insekten und Körner zum Fressen gern, sondern auch frisches Grün. Wer seinen Tieren eine Freude bereiten möchte, lässt sie deshalb auf die Wiese. Außerdem lieben Hühner Büsche und Sträucher, um sich darunter zu verstecken und den Schatten zu genießen. Doch welche Pflanzen im Hühnerauslauf eignen sich dauerhaft?

Büsche und Sträucher im Hühnerauslauf

Dass ein artgerechter Auslauf im besten Fall bepflanzt ist, versteht sich von selbst. Die kulinarischen Vorlieben der Tiere, aber auch ihr ausgeprägter Scharrtrieb behindern jedoch die Ausbreitung vieler Pflanzen.


Frisches Gras für das Huhn?

Am wohlsten fühlen sich Hühner auf der grünen Wiese. Dort finden sie allerlei delikate Kräuter, aber auch Würmer, Schnecken und Insekten.

Grüne Wiese im Hühnerauslauf

Typischerweise scharren sie mit ihren Füßen im Boden, um an die ein oder andere Leckerei zu kommen. Das verletzt die Grasnarbe. Leben viele Hühner dauerhaft auf einer kleinen Weidefläche, dann ist vom frischen Grün bald nichts mehr übrig.

Grasnarbe im Hühnerauslauf

Deshalb unterteilen viele Hühnerhalter ihre Wiese in Parzellen. Ist die eine Parzelle abgeweidet, dann kommen die Hühner auf die nächste. Währenddessen erholt sich das Grün, bis es erneut den Tieren zur Verfügung steht. Zum Abtrennen eignet sich zum Beispiel ein Geflügelzaun. Auf einem ähnlichen Prinzip basiert die Tierhaltung im Hühnermobil. Der fahrbare Hühnerstall wechselt immer wieder seinen Standort und verhindert so eine Überbeanspruchung von Teilflächen.

Unser Tipp: Rasengitter und Paddockplatten, wie sie üblicherweise in der Pferdehaltung zur Geländebefestigung Verwendung finden, schützen die Grasnarbe vor den scharrenden Hühnerfüßen. Das Gras wächst durch die Ritzen und Löcher hindurch.

Büsche und Sträucher für den Hühnerauslauf

Hühner lieben Sträucher, unter denen sie sich verstecken.

Welche Bäume und Sträucher für Hühner

Außerdem spenden die Pflanzen Schatten und schützen vor den Einflüssen der Witterung. Hühner legen mit Vorliebe ihre Sandbäder im Gestrüpp an und viele Hennen verstecken dort auch ihre Eier.

Gesundheitlich unbedenklich sind Beeren- und Obstgehölze. Diese liefern leckere Früchte.

Hahn auf Obstbaum

Voraussetzung, damit es mit der Bepflanzung klappt, sind ausreichend hohe Gewächse, sodass die Hühner der Pflanze nicht mehr schaden können.

Auch schnellwachsende und robuste Pflanzen wie der Holunder und die Haselnuss sind ideal für den Hühnerauslauf. Haselnusssträucher verfügen über ein starkes Wurzelnetz, dem die Tiere kaum etwas anhaben können.

Mit Stacheln bewehrte Brombeerbüsche versorgen die Hühner mit vitaminreichen Früchten und bieten als dicke Hecke gepflanzt einen gewissen Schutz vor Füchsen und anderen Eindringlingen.

Sehr lecker sind auch Weintrauben. Allerdings ist es hier sinnvoll, einen Radius von etwa 20 Zentimetern rund um den Stamm der Rebe mit großen, schweren Steinen zu bedecken. Das hindert die Hühner am Scharren und sie kommen so nicht an die empfindlichen Wurzeln.

Diese Sträucher eignen sich für den Hühnerauslauf:

  • Holunder
  • Haselnuss
  • Aronia
  • Brombeere
  • Weinrebe
  • Schlehe
  • Felsenbirne
  • Weißdorn
  • Kornelkirsche
  • Hartriegel
  • Apfelbaum
  • Kirschbaum
  • Zwetschgenbaum
  • und weitere robuste, hoch wachsende Gehölze mit widerstandsfähigem Stamm
Hühner unter Bäumen im Auslauf
Unser Tipp: Vor allem Gewächse mit weichen Blättern wecken das Interesse der Hühner. Sind die Bäume und Sträucher ausreichend hoch und ist das Blattwerk nicht mehr vom Boden aus erreichbar, ist die Gefahr in den meisten Fällen gebannt. Frisch gepflanzte Sträucher und Bäume umwickelt der Hühnerhalter am besten mit einem dichten Drahtgeflecht oder er schützt die jungen Triebe und die noch zarten Wurzeln mit einem hühnersicheren Zaun.

Tödlich giftig!

Es gibt auch Büsche, Bäume und Sträucher, die für Hühner giftig sind. Prominentestes Beispiel ist die Eibe mit ihren weichen Nadeln und den verlockend roten Beeren.

Giftige Pflanzen wie die Eibe

An und für sich ist auch Buchs giftig für Hühner. Dennoch sieht man die Büsche in vielen traditionellen Hühnergärten. Im Normalfall lassen die Tiere die Pflanzenteile in Ruhe. Wer sich nicht darauf verlassen möchte, verzichtet von vornherein auf den giftigen Strauch.

Ohnehin meiden die meisten Hühner instinktiv giftige Pflanzen. Auch aufgrund der zähen Blätter bleibt der giftige Efeu in der Regel unberührt. Das gilt auch für den Rhododendron und die Hortensie, wobei diese Pflanzen allgemein im Hühnerauslauf nichts zu suchen haben. Giftige Bestandteile enthalten auch der Gold- und Blauregen.


Der Kräutergarten für Hühner

Ließe man die Hühner in den Kräutergarten, wäre bald nichts mehr vom Kraut übrig. Es gibt aber Hühnerhalter, die extra ein solches Gärtchen für ihre Tiere bewirtschaften, die Kräuter ernten und den Hühnern als Futter reichen.

Kräuter für Hühner

Folgende Kräuter eignen sich als Hühnerfutter:

  • Salbei
  • Oregano (natürliches Wurmmittel)
  • Knoblauch (gut gegen Würmer, antibakteriell)
  • Brennnessel (am besten getrocknet oder einige Stunden abgelagert)
  • Bärlauch (antibakteriell, Wirkung ähnlich wie Knoblauch)
  • Löwenzahn
  • Zitronenmelisse
  • Petersilie
  • Majoran
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Kapuzinerkresse
  • Gänseblümchen
  • Ringelblume
  • Melisse
  • Pfefferminze
  • Kamille
  • Ringelblumen
  • Giersch
  • und weitere Kräuter
Unser Tipp: Die Ernte ist oft so reichhaltig, dass noch viel übrig bleibt. Gerade im Winter tun den Hühnern die vitaminreichen Kräuter gut. Deshalb lohnt sich das Trocknen. Am besten trocknen die Kräuter an einem luftigen Ort mit geringer Luftfeuchtigkeit.
Getrocknete Kräuter für Hühner im Winter

Diese Pflanzen sind für Hühner giftig

  • Adlerfarn
  • Nachtschattengewächse
  • Fingerhut
  • Johanniskraut
  • Maiglöckchen
  • Krokus
  • Herbstzeitlose
  • Tulpe
  • Osterglocke
  • Hyazinthe
  • Tollkirsche
  • Zaunrübe
  • Schierling
  • Rittersporn
  • Eisenkraut
  • Seidelbast
  • Bohne
  • Wildlupine
  • Ginster
  • und weitere Pflanzen

Vor allem viele Zierblumen wie Tulpen, Narzissen und Krokusse sind für Hühner giftig. Das Gleiche trifft auf Nachtschattengewächse zu. Bei uns heimisch ist der bittersüße Nachtschatten mit seinen kleinen, roten Beeren.

Nachtschatten sind giftig für Hühner

Zur gleichen Pflanzenfamilie gehören die Tomate, Paprika und Kartoffel. Das in den Gewächsen enthaltene Solanin ist toxisch für Hühner und viele andere Tiere.

Auch wenn Hühnerhalter immer wieder berichten, dass ihre Vögel reife Tomaten gut vertragen, ist ihr Verzehr mit Sicherheit nicht gesundheitsfördernd.

Tomaten sind giftig für Hühner

Gekochte Tomaten und Kartoffeln stellen hingegen kein Problem dar, da diese kaum mehr Solanin enthalten. Gefährlich sind zudem ungekochte Bohnen. Diese enthalten das giftige Hämagglutinin. Auch hier neutralisiert der Kochvorgang das Gift.