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Kükenwärmeplatte oder Wärmelampe – Vor- und Nachteile mit Empfehlung

Frisch aus dem Ei geschlüpft sind die Küken noch sehr kälteempfindlich. Sie tragen lediglich einen weichen Flaum auf ihrem Körper, der kaum isoliert. Unter natürlichen Bedingungen suchen die kleinen Hühner unter der Glucke Zuflucht und Wärme.

Küken unter der Glucke

Küken aus der Kunstbrut müssen ohne Mutterhenne auskommen. Deshalb sorgt der Hühnerhalter für eine angemessene Wärmequelle.

Als Wärmequelle stehen zwei Varianten zur Verfügung:

  1. Wärmelampe
  2. Wärmeplatte
Wärmeplatte oder Wärmestrahler für die Küken
Schon gewusst? In den ersten Tagen nach dem Schlupf benötigen die Küken eine rund 36 bis 38 Grad Celsius warme Umgebung. Schon nach einer Woche reduziert sich die Temperatur schrittweise Grad für Grad. Das zu wissen, ist vor allem dann wichtig, wenn der Hühnerhalter eine handelsübliche Kükenaufzuchtbox mit integrierter Wärmequelle nutzt und die Temperatur den Anforderungen entsprechend selbst einstellen muss. Das Einstellen der Temperatur entfällt bei der Nutzung einer Wärmeplatte, denn die Küken können sich jederzeit von der Wärmequelle entfernen. Das ist sehr praktisch.

So funktioniert eine Wärmelampe

Die Wärmelampe ist die traditionellere Variante. Der Hühnerzüchter platziert sie über dem Boden des Kükenstalls.

Indem er sie höher oder niedriger hängt, reguliert er die Temperatur. Kuscheln sich die Küken eng aneinander, dann ist das ein Zeichen dafür, dass es ihnen zu kalt ist. Dann muss die Lampe niedriger hängen. Verteilen sich die kleinen Hühnchen locker unter dem Wärmekegel, dann passt die Temperatur. Hängt die Lampe zu niedrig, dann platzieren sich die Küken außerhalb des Wärmebereichs.

Es gibt folgende Wärmelampen:

  • Infrarotstrahler
  • Dunkelstrahler

Die Infrarotlampe

Die Infrarotlampe ist der nach wie vor beliebte Klassiker. Sie strahlt rotes, angenehm warmes Licht ab.

Eine herkömmliche Infrarotlampe verbraucht dabei jedoch relativ viel Energie, sodass der Dauereinsatz spürbar Geld kostet. Im Handel sind deshalb Energiesparlampen erhältlich. Auch kann das rote Licht die Küken irritieren, indem es den natürlichen Tag- und Nachtrhythmus stört.

Der Vorteil einer Infrarotlampe ist der niedrige Anschaffungspreis.


Der Dunkelstrahler

Dunkel- beziehungsweise Keramikstrahler verbrauchen weniger Strom als ein Infrarotmodell. Sie eignen sich deshalb gut zur Bestrahlung größerer Bereiche und zum dauerhaften Einsatz. Dunkelstrahler heißen so, weil sie kein Licht, sondern nur Wärme erzeugen. Folglich ist der Energieverbrauch geringer.

Da die Glucke die Küken unter natürlichen Umständen zwar wärmt, aber nicht mit Licht bestrahlt, schaffen die Dunkelstrahler eine artgerechtere Umgebung. Allerdings sind Dunkelstrahler relativ teuer und auch das individuelle Einstellen der Temperatur durch einen Regler ist nicht möglich. Da bleibt nur noch das altbewährte Höher- und Tieferhängen der Lampe.

Unser Tipp: Viele Hühnerhalter verwenden die Wärmelampe im Winter als Heizung für den Stall. Schon wenige Grad mehr verhindern häufig das Einfrieren des Trinkwassers.

Die Vor- und Nachteile der Wärmelampen

Vorteile:

  1. alternative Verwendung als Wärmequelle für den Hühnerstall im Winter
  2. individuelle Anpassung der Temperatur, unter anderem durch Höher- oder Tieferstellen

Nachteile:

  1. relativ hoher Energieverbrauch
  2. bei Infrarotlampen störendes Licht
  3. weniger Geborgenheit spendend
Schon gewusst? Zu den wichtigsten Teilen der Wärmelampe gehört der Schutzschirm beziehungsweise Schutzkorb. Dieser bündelt die Wärme punktgenau und verhindert eine Berührung mit der heißen Lampe.

So funktioniert eine Wärmeplatte

Immer mehr Hühnerhalter entscheiden sich für eine Wärmeplatte. Diese ist handlich, leicht aufzustellen und somit sehr praktisch. Der Einsatz einer Wärmeplatte birgt auch weniger Brandrisiken, denn sie erzeugt weniger Hitze als eine Lampe.

Küken sitzen unter einer Wärmeplatte

Die Funktionsweise ist simpel. Nachdem die Küken geschlüpft und in der Brutmaschine getrocknet sind, setzt sie der Hühnerhalter unter die Wärmeplatte. Bis diese die gewünschte Temperatur erreicht, vergeht etwa eine halbe Stunde. Solange muss man mit dem Umsetzen warten.

Für die Küken ist das sehr angenehm, denn unter natürlichen Umständen würden sie Zuflucht unter ihrer Mutter suchen. Die Platte ersetzt die Glucke und gibt den Kleinen eine dunkle und schützende Umgebung. Das Einstellen der Temperatur ist nicht notwendig, auch wenn es einige Modelle mit Temperaturregler gibt. Es stehen drei- und viereckige Wärmeplatten zur Auswahl.

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Die Platten stehen auf Stützfüßen. Diese lassen sich beliebig verstellen. Somit ist es möglich, die Höhe der Platte der Größe der Küken anzupassen. Die Plattenunterseite sollte so hoch sein, dass sie die Kücken stehend mit ihrem Rücken erreichen. Außerdem gibt es verschieden große Wärmeplatten für verschieden viele Küken, zum Beispiel mit den Maßen 25 mal 25, 30 mal 30 oder 40 mal 60 Zentimeter.

Schon gewusst? Eine normale Wärmeplatte verbraucht nur etwa 30 bis 40 Watt Strom im Vergleich zu einem herkömmlichen Infrarotstrahler, der rund 100 bis 250 Watt benötigt. Die Anschaffungskosten amortisieren sich somit nach kurzer Zeit.

Vorteile der Wärmeplatte:

  1. geringer Stromverbrauch
  2. Küken finden Schutz unter einer Art Kunstglucke
  3. kein störendes Licht
  4. platzsparende Aufbewahrung
  5. einfach zu handhaben
  6. höhenverstellbar
Unser Tipp: Die Küken lieben es, auf der Platte herumzuhopsen. Damit sie diese nicht zu stark beschmutzen, gibt es im Fachhandel Schutzfolien.

Nachteile der Wärmeplatte

  1. im Winter nur bedingt einsetzbar
  2. nicht als alternative Wärmequelle zum Heizen des Hühnerstalls geeignet
  3. nur zeitlich begrenzt nutzbar

Natürlich ist es nicht möglich, mit einer Wärmeplatte einen Hühnerstall vor frostigen
Temperaturen zu schützen. Sie lässt sich nicht zweckentfremden und für verschiedene Zwecke nutzen. Eine Wärmeplatte eignet sich ausschließlich für die Aufzucht von Küken.

Ein weiterer Nachteil ist die geringere Wärmeentwicklung. Eine Wärmeplatte funktioniert am besten in einem angemessen temperierten Raum. Bei der Verwendung in einem ungeheizten Stallgebäude kann es im Winter bei Minustemperaturen passieren, dass die Küken erfrieren, weil die kalte Umgebungsluft die Platte zu sehr abkühlt. Wer plant, die Küken in einem kühleren Ambiente aufzuziehen, sollte ein spezielles 70 bis 90 Watt starkes Modell wählen.

Eine Wärmeplatte „wächst“ zwar nach oben mit, sie behält aber ihre ursprüngliche Breite. Irgendwann finden vielleicht nicht mehr alle Küken Platz unter der Platte. Deshalb lohnt es sich immer, ein etwas größeres Modell zu kaufen. Die Herstellerangaben bezüglich der Kükenanzahl beziehen sich zumeist nur auf die erste Zeit nach dem Schlupf.

Fazit: Sowohl die Wärmeplatte als auch der Wärmestrahler haben ihre Vor- und Nachteile. Wer Strom sparen und die Küken auf eine praktische und unkomplizierte Weise artgerecht wärmen möchte, kauft eine Wärmeplatte. Wer vorhat, die Wärmequelle anderweitig zu nutzen, zum Beispiel zum Beheizen des Stalls, wählt einen Strahler.